UN Bonn
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Die ganze Welt in Bonn

UN Bonn

Von Rüdiger Strempel

Das schnörkellose Gebäude der Vereinten Nationen ist das Werk eines Stararchitekten. Gemächlich strömt der Fluss zu Füßen des Hochhauses vorbei, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Teilen der Erde daran arbeiten, die Welt ein wenig besser zu machen. Was nach New York und dem East River klingt, liegt in Wahrheit vor unserer Haustür: Der UN-Campus am Bonner Rheinufer mit seinem Wahrzeichen, dem Langen Eugen. Nicht Le Corbusier hat ihn gezeichnet, sondern Egon Eiermann. Alles ist einige Nummern kleiner als in New York. Und dennoch eine Erfolgsgeschichte, wie der Berater der Stadt Bonn für die Vereinten Nationen, Botschafter a. D. Harald Ganns, anmerkt. „Vor dem Umzug nach Berlin gab es in Bonn einige Dutzend UN-Mitarbeiter. Heute sind es um die 1.000. Die Zahlen sprechen für sich“, so Ganns, der seit 1995 mit Fragen der Ansiedlung internationaler Organisationen in Bonn befasst ist und sich mit dem Thema auskennt wie kein Zweiter.

Tatsächlich beginnt die Geschichte der Vereinten Nationen in Bonn lange vor dem 1991 gefassten Beschluss, Parlament und Teile der Regierung von Bonn nach Berlin zu verlegen. 1951 richtete das Amt des Hochkommissars der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) ein Verbindungsbüro in der noch jungen Bundeshauptstadt ein. Zwei Jahre später folgte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO). Doch diese Büros, deren Gründerzeitvillen im Bad Godesberger Villenviertel seit dem Regierungsumzug längst andere Nutzer gefunden haben, waren klein und lediglich Repräsentanzen ihrer jeweiligen Organisationen bei der Bundesregierung, so wie sie in anderen Hauptstädten weltweit auch zu finden sind.

1984 aber siedelten die Vereinten Nationen eine Dienststelle anderer Art am Rhein an: Das Sekretariat des Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten. Das Übereinkommen, nach seiner englischen Bezeichnung Convention on Migratory Species, abgekürzt CMS, ist eine der ersten Umweltkonventionen, die im Gefolge des 1972 in Stockholm abgehaltenen ersten UNO-Umweltgipfels ausgehandelt wurden – und zwar in Bonn. 1979 wurde der Vertrag auf der Godesburg unterzeichnet und ist daher auch als Bonner Konvention bekannt. Das Sekretariat nahm 1984 mit einer Handvoll Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seine Tätigkeit in Bonn auf. Winzig, noch kleiner als die Büros des UNHCR und der ILO, aber doch etwas ganz anderes. Denn es war so etwas wie das Hauptquartier der Konvention. Auch wenn es kaum jemand bemerkt hatte: Bonn war damit UN-Stadt geworden.

Was dann geschah?

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